Was erwartet den Leser bei mir

Im Prinzip eine Rückbesinnung auf eine literarische Epoche, in der es weniger um die „Action“ im Plot ging, als vielmehr um die Charaktere, ihre Entwicklung, ihre Persönlichkeiten und ihr inneres Seelenleben. Ich schätze den Stil und die Wortgewaltigkeit der Schriftsteller des 19ten Jahrhunderts, die sich teilweise über Seiten Zeit für ihre Charaktere genommen haben, um ihre Reaktionen auf etwas zu beschreiben. Es sind Geschichten, wo man das Buch auch ab und zu absetzen konnte, um erstmal in Ruhe über das gerade Gelesene nachzudenken.

Natürlich ist mir bewusst, dass es heutzutage in unserer doch recht schnelllebigen Zeit kaum noch jemanden gibt, der in seiner Unterhaltungsliteratur, speziell im Fantasygenre, seitenlanges Philosophieren über das elementare Zerwürfnis des Seins lesen will. Da ich selbst mitunter auch etwas ungeduldig werden kann, ist mein eigener Stil eine Art Kompromiss aus den gemächlichen, nachdenklichen Werken der Romantik-Epoche und den temporeichen Action-Krachern der Moderne. Denn ich muss ja gestehen: Auch ich mag es, wenn es manchmal „Krach“ und „Bumm“ macht, und die Helden schweißgebadet von einer tödlichen Gefahr in die nächste gehetzt werden.

Was mir aber bislang meist fehlte, vor allem in der zuoft doch recht seichten Fantasy Literatur, speziell im Bereich Epic Heroic Fantasy und der High Fantasy im Allgemeinen, ist der Tiefgang und eine mangelnde Authentizität bei den Protagonisten. Was ich damit meine, führe ich besser anhand eines Beispiels aus: Wir sind es gewohnt, dass die meisten Helden unseres geliebten Fantasy Genres sich durch Horden von Bösewichtern metzeln, oder sich zumindest sehr stilvoll und vor allem „cool“ ihrer Widersacher entledigen. Und genau das finde ich, wenngleich auch zuweilen sehr amüsant, doch eher langweilig und es lässt die Charaktere zu einer Karikatur eines „echten“ Menschen werden.

Die Sache ist ja die: Ich will mich mit den Helden identifizieren können. Und das geht einfacher, wenn ich ihnen das „Menschsein“ abkaufen kann. Wenn sie dann blutüberströmt und mit Eingeweiden behängt die Schultern zucken und das Programm geht einfach weiter, dann muss ich zwar herzlich lachen, aber die Authentizität der Charaktere ist verloren.

Ich habe die selbe Einstellung in den Rollenspielen, die ich leite. Die Kämpfe und die Tode, die sich innerhalb einer 3 Jahre Kampagne ereignet haben, kann ich an zwei Händen abzählen. Wenn es denn einmal zum Kampf kommt, dann ist das eine sehr hässliche Situation, erst Recht wenn jemand dabei tödlich verletzt wird. Und da keiner der Charaktere, die gespielt werden, ein mehrfacher Massenmörder mit psychotischen Tendenzen ist, lastet ein solcher Tod auch auf ihrem Gewissen.
Kämpfe und Tod haben so einfach viel mehr Bedeutung, als wenn man an jeder Ecke dutzendfach Gegner umbringt und unbeeindruckt weiterzieht.

Was den Leser also in meinen Geschichten erwartet, sind menschlich glaubwürdige Reaktionen, verbunden mit einem Fokus auf Charakterentwicklung und Atmosphäre. Dieser Schwerpunkt lässt sich einfach erklären: Denn die schönste und aufregendste Welt oder Geschichte nutzt nichts, wenn diejenigen nicht funktionieren, die sie erleben. Und das sind die Protagonisten einer Geschichte, und der Leser erlebt durch sie die Welt.

Es kommt natürlich auch immer darauf an, was für eine Geschichte ich erzählen möchte, und in was für einem Setting sie spielt. Da kann es bei mir im Bereich „Action“ mal mehr, mal weniger abgehen. Trotzdem werden im Kern die Schwerpunkte wie oben genannt bleiben. Da wird jetzt vielleicht manch einer sagen „Laaaaaaaaangweilig!“, und das ist auch ok so. Meine Geschichten werden absolut nicht für jeden sein. Ich schreibe halt die Art von Geschichte, die ich selbst gerne lesen würde. Diese Geschichten sind mitunter auch nicht „einfach“ für den Leser, in dem Sinne, dass sie sich sofort erschließen.

Das liegt daran, dass ich es mag, herausgefordert zu werden, geistig und emotional. Und genau das versuche ich mit meinen Geschichten zu erreichen. Ich möchte inspirieren und zum Nachdenken einladen. Und vor allem möchte ich eines: Zum Träumen gebracht werden.

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