Säulen einer guten Geschichte

Diese Woche würde ich gerne ein wenig Schreibhilfe geben. Wie schreibt man eine gute Geschichte? Eine Frage, die sich sicherlich viele Autoren und solche die es gerne werden wollen, stellen. Meine Antwort wäre: Lass es sie fühlen. Etwas mehr ausformuliert heißt das: Der Leser muss sich angesprochen fühlen, eintauchen können in die Welt die man beschreibt, und sich in den Figuren wiederfinden, oder zumindest an ihnen interessiert sein.

Authentische Charaktere und eine lebendige Welt sind für mich persönlich die Säulen auf denen eine gute Geschichte steht. Doch wie erschafft man solche? Durch Beobachtung und dem Verständnis menschlichen Verhaltens  und menschlicher Natur zum Beispiel. Dann setzt man das gewonnene Verständnis in den eigenen Charakteren um, und lässt sie auf nachvollziehbare Weise agieren. Wie echte Personen eben. Das war auch der Grund warum ich bei meinem Buch auf typische Helden und Schurken verzichtet habe. Klischees können zwar manchmal ganz unterhaltsam sein, aber ich habe den Anspruch, dass sich meine Charaktere den Umständen entsprechend menschlich nachvollziehbar verhalten, ganz gleich wie fantastisch das Setting der Geschichte ist.

Für die Erschaffung einer lebendigen Welt gilt das auch. Sie muss lebendig sein und atmen. Wie ein eigener Charakter. Orte, Szenerien, Ereignisse, Strukturen… all dass muss nachvollziehbar sein und im menschlichen Rahmen Sinn ergeben. Natürlich kann man hier manchmal die Grenzen ein wenig sprengen und neue Ansätze und Konzepte experimentell ausprobieren. Aber dennoch müssen innerhalb der ungewöhnlicheren Konzepte vertraute, nachvollziehbare Ereignisse sich abspielen. Daher ist meine Methode meist eine sehr ungewöhnliche Umgebung oder ein sehr surreales Szenario zu entwerfen, aber die Charaktere die sich darin aufhalten und ihre Abenteuer erleben sich natürlich verhalten zu lassen. Und selbst die ungewöhnlichen Szenarien müssen auf einer gewissen logischen Struktur basieren. Fremdartig vielleicht, aber mit einer eigenen internen Logik.

Natürlich gibt es noch mehr Dinge zu beachten beim Schreiben einer Geschichte, aber diese zwei Punkte sind für mich die Wichtigsten.

Über Aeryn Vescori

Es war einmal ein Junge, der sich entschied, im Jahr 1980 diese Welt zu betreten und fortan auf ihr zu leben. Er verbrachte die meiste Zeit seiner Kindheit und Jugend in Bücher versunken, die ihn mit in fantastische Welten nahmen und schon früh den Wunsch in ihm weckten, irgendwann einmal selbst ein Geschichtenerzähler zu werden, der die Menschen zu abenteuerlichen Reisen jenseits der Wirklichkeit einlädt. Er wuchs auf wie andere Menschen auch und sammelte viele Erfahrungen, die das Leben mit sich brachte, doch der Reiz fremder Welten ließ ihn nie los. Mit dem Aufkommen des Computer-Zeitalters entdeckte er alsbald die Möglichkeiten der virtuellen Welten und beschloss, eine Weile in ihnen zu leben.Wenn er dann doch mal ab und an aus seinen Büchern oder künstlichen Welten auftauchte, dann meist um seinem großen Hobby zu frönen, dem Rollenspiel, das ihm eine gute Gelegenheit bot, seine erzählerischen Fähigkeiten auszubauen, und seine Fantasien und Träume mit Freunden zu teilen und gemeinsam Spaß zu haben. Im Laufe der Jahre lernte er über sein Hobby eine ganze Menge über sich selbst und blieb dieser kreativen Beschäftigung bis zum heutigen Tage treu.Irgendwann reifte in ihm der Wunsch, seine Geschichten mit noch mehr Menschen teilen zu wollen, und so wagte er schließlich den Schritt und versuchte sich als Autor.Heute lebt Aeryn mit seinem Mann in der Stadt, die es laut Internet-Verschwörungstheorien gar nicht gibt, und freut sich behaupten zu können, dass er "schwer arbeitet“, wenn er tagträumt.

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